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Integration – Kritik einer Disziplinierungspraxis

  • Ulrike Lingen-AliEmail author
  • Paul Mecheril
Living reference work entry
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Zusammenfassung

In der deutschsprachigen Öffentlichkeit hat sich die Gewohnheit ausgebildet, das Thema Migration in einem Atemzug mit der Vokabel „Integration“ zu behandeln. Da es bei der Thematisierung von „Migration“ zumeist nicht ausschließlich um eine Analyse, sondern immer auch um normative und regulative Fragen geht, ist die Integrationsvokabel auch mit normativ gegründeten Vorstellungen und Konzepten der Regulation gesellschaftlicher Verhältnisse verknüpft. „Migration“ scheint in diesem Zusammenhang als die Ursache pädagogischen und steuerungspolitischen Bedarfs und des Problems zu stehen, während Integration die Lösung des Problems zu versprechen scheint. Mittels einer kritischen Kommentierung des Integrationsdiskurses wird dieser darauf befragt, auf Grund welcher Mechanismen die Voraussetzungen geschaffen werden, eine Humandifferenzierung, die der Ungleichbehandlung des Menschen dienlich ist, legitim erscheinen zu lassen.

Schlüsselwörter

Kritische Migrationsforschung Nationalstaat Ausschlüsse und Einschlüsse Othering Koloniale Praktiken Disziplinierung Bildungsprozesse Handlungsfähigkeit 

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Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Pädagogik, Center for Migration, Education and Cultural StudiesCarl von Ossietzky Universität OldenburgOldenburgDeutschland
  2. 2.Fakultät für ErziehungswissenschaftUniversität BielfeldOldenburgDeutschland

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